Neue Texte / Gerade Kalt Genug

Diese Arbeit versammelt eine Auswahl selbstverfasster Kurzgeschichten. Die Geschichten sind subjektiv und konzentrieren sich auf die inneren Zustände ihrer Protagonisten.

Alle Figuren tragen etwas mit sich herum und agieren Konflikte mit ihrer Umwelt aus: Ein Anwalt projiziert seine unkontrollierten Emotionen auf eine ausgedachte Figur. Die Tochter eines Alkoholikers verhandelt ihren Autoritätskonflikt mit einem Supermarkt, statt mit ihrem Vater. Ein Mädchen ernährt sich nur noch Salamisticks, Gewürzgurken und harten Eiern, weil sie ihre Körperlichkeit kaum aushält.

Emotionen werden nicht offen benannt oder ausgelebt. Sie wirken ganz dicht unter der Oberfläche, spürbar in all dem, was die Figuren tun, um ihnen auszuweichen.

In dieser Arbeit gehe ich der Frage nach, wie sich soziale Beziehungen in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft verändern.

Das Individuum ist heute stärker denn je aufgefordert, sich selbst zu gestalten und eine eigenständige Identität zu formen. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Strukturen unbeständiger. Lebensentwürfe sind offen, flexibel und veränderbar.

Identität wird dadurch weniger zu einem stabilen Kern als zu einem fortlaufenden Prozess. Mit der wachsenden Dynamik geraten auch Gemeinschaft und soziale Bindungen unter Druck.

Die Arbeit nähert sich diesem Spannungsfeld mit Illustrationen, die Zustände sichtbar machen und einen Raum eröffnen, in dem sich eigene Erfahrungen wiederfinden lassen.

Im Rahmen des Kurses Typografie 2 entstanden zwei Ausstellungsplakate zur Ausstellung The Culture der Schirn Kunsthalle Frankfurt, die sich mit der Bewegung des Hip-Hop. auseinandersetzte. Hip-Hop wurde dabei nicht nur als kulturelle Bewegung verstanden, sondern als politisches, soziales und kommerzialisiertes Phänomen.

Ziel war es mit zwei Plakaten typografisch über die Ausstellung zu informieren und eine kritische Position zu dem Thema zu entwickeln.